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Evangelische
STIFTSKIRCHENGEMEINDE   DIEZ

Festliches Weihnachtskonzert in der Stiftskirche

Nach der gelungenen ersten Kooperation im Rahmen eines Kantatengottesdienstes im September gaben der Kämmerchenchor der evangelischen Stiftskirchengemeinde und das Diezer Instrumentalensemble mit seinem Leiter Erhard Köhler mit einem adventlich-weihnachtlich geprägten Konzert am ersten Sonntag nach Weihnachten eine weitere Probe ihrer fruchtbaren musikalischen Zusammenarbeit.

Weihnachtskonzert: 30.12.2012


Das Konzert wurde eröffnet mit der vielschichtigen Kantate Johann Sebastian Bachs "Schwingt freudig euch empor" (BWV 36). Ursprünglich als Huldigung für die Fürstin Charlotte Friederike Wilhelmine zu Köthen komponiert und in dieser Funktion noch zweimal variiert, wurde die Kantate in zwei weiteren Umgestaltungen schließlich zu einer Kantate für den ersten Advent. Bereits deren erster Satz "Schwingt freudig euch empor" stellt mit abwechselnd polyphonen und homophonen Abschnitten sowie Koloraturen und chromatischen Linien sowohl Chor wie Orchester vor einige Herausforderungen, der sich jedoch beide Gruppen gewachsen zeigten. Den ersten Satz eröffnete leichtfüßig und beschwingt das Instrumentalensemble - diesmal unter dem Dirigat von Andreas Frese, der als Chorleiter des Kämmerchenchores auch die Gesamtleitung innehatte. Vor allem der beherzte Beginn des Chorpartes durch die Bässe, gefolgt von den nicht minder stimmgewaltigen Tenören, war beredtes Zeugnis der kompetenten und intensiven Chorarbeit des letzten Jahres.

Weihnachtskonzert: 30.12.2012


Im folgenden Choraldütt feierte ein prominentes Mitglied des Chores, Sabine Helm-Schmidt, ihre bekannthin souveräne Sopranstimme im Dütt mit der Altistin Sharon Carty das Wunder der Menschwerdung, filigran unterstützt von den Instrumentalisten. Die zeitgenössische Vorstellung der Nachfolge Christi mit Jesus als Bräutigam der Seele stand im Mittelpunkt der beiden folgenden Sätze, wobei Chorleiter Andreas Frese - ehemaliger Domsingknabe und Mitglied des international erfolgreichen Limburgers Vokalensembles von "Camerata Musica" - in einem Tenorsolo brillierte.

Weihnachtskonzert: 30.12.2012


Den zweiten Teil eröffnete die in Form einer Arie vorgetragene Begrüßung des Heilands und die an diesen gerichtete Bitte, ins Herz des Gläubigen einzuziehen, gefolgt von zwei Arien über die Ohnmacht des Menschen im Vergleich zur Allmacht Gottes. Dabei verströmte Bass Heinz-Helmut Neumann, ebenfalls Mitglied des Kämmerchenchores, in seiner Arie sonore Zuversicht. Im ruhigen Schlusschoral priesen alle Sänger folgerichtig die göttliche Dreieinigkeit.

Weihnachtskonzert: 30.12.2012


Es folgte der freudige fünfstimmige Wechselgesang "Ecce, Dominus veniet" des Prager Kantors Jacobus Gallus aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Glockengleich warfen die verschiedenen Stimmen des Chores ihre jeweiligen Passagen in den Kirchenraum, die sich schließlich im euphorischen Jubelruf "Alleluja" vereinten. In der Motette zum dritten Advent "Siehe, ich sende meinen Engel" des thüringischen Komponisten und Weimarer Kantors Melchior Vulpius bewies der Chor unter der sensiblen Führung von Andreas Frese Geschick bei der Akzentuierung von fugenartigen Passagen.

Mit der Aufführung des Concerto grosso g-moll opus 6, VIII von Arcangelo Corelli huldigte das Diezer Instrumentalensemble dem anerkannt schöpferischen Höhepunkt des großen Violinisten, Komponisten und Lehrer Vivaldis. Die Musiker stellten hier unter Beweis, dass sie der dieser anspruchsvollen Gattung innewohnenden dynamischen Vielfalt verschieden großer Streichergruppen gewachsen sind.

Weihnachtskonzert: 30.12.2012


In Andreas Hammerschmidts musikalischer Weihnachtsandacht "Ehre sei Gott in der Höhe" verwoben ein dreistimmiges Solistenensemble und der Chor die Komposition des sächsischen Organisten aus dem Jahr 1646, basierend auf dem bekannten Text des Engelslobes, zu einem dichten und dennoch luftigen Klang. Die abschließend dargebotene Weihnachtskantate "Ich freue mich in dir" (BWV 133) von Johann Sebastian Bach bot noch einmal allen Mitwirkenden hinreichend Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen. In diesem vor über 280 Jahren Tagen erstmals aufgeführten Werk umrahmen vierstimmige homophone Choralsätze insgesamt vier Arien bzw. Rezitative für Solostimmen, sodass sowohl der Chor seine volle Gesamtwirkung entfalten konnte als auch die Solostimmen mit ihren individüllen Fähigkeiten zur Geltung kamen. Wie bereits bei der Eingangskantate war das Diezer Instrumentalensemble hier integraler und kongenialer Bestandteil mit seiner prägnanten, aber wo nötig auch dezenten Begleitung.

Das dankbare Publikum entließ die Sänger und Musiker nicht ohne eine Zugabe, die aus einem weiteren Werk des im Konzert vertretenen Komponisten Andreas Hammerschmidt bestand: seine sechsstimmige Mottete "Machet die Tore weit" bildete den gelungenen Abschiedsgruß in diesem Weihnachtskonzert.

Weihnachtskonzert: 30.12.2012

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