Manchmal knallt’s.
Man kennt das: Der Stress türmt sich auf, und die kleinste Uneinigkeit führt zum Streit. Heftiger wird das, wenn man schon sehr lang gestresst ist. Dann kann so ein Streit ins Grundsätzliche gehen. Und dann gehen Beziehungen kaputt.

Im Moment stresst uns die Pandemie. Und gerade jetzt, wo die ersten Öffnungen denen Freiheit geben, die krank waren oder geimpft sind, zerrt das an unseren Beziehungen. Und: Das kann ich verstehen! Auch ich sehne mich nach dem Biergarten und dem Grillfest. Und wenn ich andere im Biergarten sehe, dann geht es mir nicht gut. Warum eigentlich? Warum geht es mir so schlecht, weil es anderen gut geht? Menschen, für die das letzte Jahr noch bedrohlicher war als für mich?

Kurz bevor Jesus vom Tod bedroht war, aß er in Bethanien mit einigen Freunden.Da kam eine Frau, die hatte ein Gefäß mit kostbarem Öl, und sie zerbrach es und goss das Öl auf Jesu Haupt. Da wurden einige unwillig und sprachen: Was soll diese Vergeudung? Man hätte dieses Öl verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an.  Jesus aber sprach: Lasst sie! Was bekümmert ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan.

Jesus starb kurz nach dieser Erzählung. Seine Worte bleiben. Die Pandemie stresst mich. Auch im Juni noch. Aber bis jetzt haben wir diesen Stress gemeinsam ausgehalten. Und damit viele Leben gerettet. Andere mussten wir verabschieden. Wenn ich nun Bilder von Menschen in Biergärten sehe, die letztes Jahr noch Todesangst hatten, dann will ich sagen:

„Was bekümmert es mich? Wir haben ein gutes Werk an ihnen getan.“ Und mich freuen.

Denn sich für andere zu freuen gibt Frieden. Dieser Friede Gottes begleite Sie in diesem Monat. 

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