Nach fast 2 Jahren

An einem heißen Tag mit satt-blauem Himmel schicke ich ein Bild vom Diezer Marktplatz und dem Grafenschloss an meine Freunde. „Ob es hier nach Zukunft aussieht?“ schreibe ich. Es ist der 24. Juni 2019. Und ich bin zum ersten Mal in dieser Stadt, von der ich bisher nichts gehört habe.
Am 10. Juni 2021 stehe wieder an derselben Stelle, schaue über den Marktplatz aufs Schloss. Und ich bin sicher: Hier wurde ich auf die Zukunft vorbereitet. Und: Ich werde das hier vermissen.
Dass ich schon seit dem zweiten Satz im Kennlerngespräch einfach Lukas war.
Dass man hier beim ersten Gemeindefest wie selbstverständlich mit in den Gesprächsrunden steht.
Wie ich schon in der ersten Kirchenvorstandssitzung gespannt nach meiner Meinung gefragt wurde.
Die Kirche, in der ich immer das Gefühl habe, ich könnte hier Geschichte einatmen. Und in der ich mich trotzdem immer unheimlich befreit fühle.
Die Konfirmandenarbeit in der Bäckerei.
Samstage auf Pilgerwegen.
Ehrliche Gespräche nach Gottesdiensten.
Die Menschen, die ich kennen lernen durfte zwischen Taufkerzen, Konfirmationssprüchen und Grabsteinen. Und das Vertrauen, das sie mir geschenkt haben.
All das echte Interesse an mir, das mich manchmal fast überfordert hat.
Auch eine Zeit, in der man viel neu erfinden musste, als die Pandemie kam. An die Trauer, die mich erinnert hat, dass Kirche wirklich noch fehlen kann. Und an die unheimliche Motivation, mit der die Menschen hier immer wieder etwas Neues ausprobieren.
Die Cappuccinos und Weine bei Wochenplanungen
Die Menschen, die mich begleitet haben, und die ich begleiten durfte.
Vikar Lukas Hille 

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