„Der Herr aber richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und auf das Warten auf Christus.“, diese Worte aus dem zweiten Brief an die Thessalonicher sind uns im Monat November als Monatsspruch ans Herz gelegt. Das Warten auf Christus. Sind Sie es noch gewohnt, auf etwas zu warten? So, ganz altmodisch eine Sache im Kalender vormerken und sich dann darauf freuen? Alles ist sofort und immer verfügbar: Der Kaffee ist „instant“, Fernsehserien werden „on demand“ geschaut oder gleich als Serienmarathon in einem Rutsch geschaut – „Binge Watching“ nennt man das heute. Wir haben das Warten verlernt. Wie schwer muss uns dann erst das Warten fallen, wenn uns der Zeitpunkt, auf den wir warten, völlig unbekannt ist? Die Wiederkehr Christi ist so ein Punkt. Als Christ*innen bekennen wir, dass wir daran glauben, dass Christus einst wiederkehrt. Zu Zeiten der Urkirche war dieser Glaube weitaus präsenter und im Leben der Menschen mit einer konkreten Hoffnung verbunden: Das Anbrechen der Herrlichkeit Gottes, das ewige Leben. Unsere Herzen auf die Liebe Gottes und das Warten auf Christus auszurichten kann für uns eine Gelegenheit sein, zur Ruhe zu kommen, einmal einen Gang zurück zu schalten. Gerade im Monat November führt uns der Weg häufig auf die Friedhöfe unserer Städte und Gemeinden: Allerheiligen und der Ewigkeitssonntag lenken unseren Blick auf die Menschen, die uns in der Liebe Christi voran gegangen sind. Auf Christus zu warten heißt auch, darauf zu warten, diese geliebten Menschen in Gottes Gnade wiederzusehen. Ein schöner Gedanke. Trostreich. Ein Grund, zu warten.

Prädikant Benjamin Albrecht

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