An den Feiertagen haben wir im Familienkreis wieder einmal gespielt. Gesellschaftsspiele. Es tat so gut, gemeinsam etwas zu tun, zu lachen und sich zu freuen.Dann vergeht die Zeit, ohne dass man sie wahrnimmt. Man denkt an nichts anderes, als an die Frage, die die andere Mannschaft gestellt hat. Und richtig oder falsch ist egal. Es ist nicht wichtig.

Es ist lustig. Spielen ist wichtig, nicht nur für Kinder. Denn im Spiel ist man in einer anderen Welt. Und dabei ist es egal, ob man mit mehreren spielt oder allein. Strategiespiele oder Mensch ärgere dich nicht, Puzzle oder Computerspiele. Es zählt die Freude und der Moment. Selbst Zuschauen, wenn andere spielen, kann fesseln und einen in diesen Moment bringen, in dem nichts anderes wichtig ist, in dem nichts anderes zählt.Das wissen diejenigen, die beim Schach oder Boule auf den Plätzen nur zusehen, mitfiebern oder überlegen, wie sie an Stelle des Spielers entschieden hätten. 

Der Benediktinermönch Anselm Grün sagt: Rituale sind ein Spiel. Mit ihnen spielen wir uns hinein in die Möglichkeiten unseres Menschseins. Wir feiern unser Leben und nehmen es als Geschenk Gottes an.

Weihnachten liegt hinter uns, Fasching vor uns. Rituale, Spiele, die wir feiern, in denen wir uns in eine andere Wirklichkeit hineinspielen. Und das brauchen wir gerade dringend. Nicht immer nur den Ernst der Pandemie. Nicht immer nur Nörgelei oder Besserwisserei, sondern einfach Freude und Fest des Lebens.Wenn sogar Gott mit den Fischen im Meer spielt, wie es der Beter des 104. Psalms sagt, dann sollten wir uns daran ein Beispiel nehmen. Vielleicht kommt uns dann auch einmal leichter ein Lob oder ein Dank über die Lippen. Das würde guttun. 

Maike Kniese

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