Pilgern

... ist beten mit den Füßen
Chronik der Pilgergruppe

Etappenpilgern

An zwei Samstagen im Jahr pilgern wir eine Tagesetappe von ca. 15 bis 20 km in der Nähe von Diez. Andachten struktuirenen den Tag und gemeinsam in der Gruppe gehen wir den Weg. Die Anreise wird gemeinsam organisiert; für Essen und Getränke sorgt jeder selbst.

Auf dem Weg nach Santiago de Compostela

Seit 2008 pilgern wir in unserer Gemeinde. Eine feste Gruppe hat sich gefunden die sich jedes Jahr eine Teilstück des Weges nach Santiago de Compostela vornimmt. 

Eine einfache Antwort

Was ist Pilgern eigentlich?

Auf Zeit loslassen, was umtreibt und hetzt; verzichten auf den gewohnten Luxus; üben, von falschen Wünschen und Bedürfnissen Abschied zu nehmen; erfahren, was der Mensch wirklich braucht und was überflüssig ist; durchhalten lernen, auch wenn der Weg mühsam ist. Wer durch Wald und Flur, über Berg und Tal hautnah mit Erde und Wind, Sonne und Regen in Kontakt ist, erlebt die Schönheit der Schöpfung ganz neu. Pilger lernen das Fasten und das Schweigen und kehren aus dem Schweigen verändert zurück. Und sie erfahren vielleicht, dass der Himmel an bestimmten Orten offener und dass Gott so zugänglicher ist.

„Irgendetwas wird dieser Weg schon in mir verändern“

(Hape Kerkeling. Ich bin dann mal weg)

Gedanken über das Pilgern –
der Weg ist das Ziel

 

Die Faszination und das Geheimnis des Pilgerns ist einmal die Fortbewegung auf den eigenen Füßen.

Zum anderen ist es die Verbundenheit mit der Natur, die – nah am Boden und unter dem offenen Himmel – heilsam und belebend für Leib und Seele wirkt.

Geistliche Impulse, gemeinsame Andachten und Rituale werden zum Schlüssel der Gottes- und Selbsterfahrung, geben Orientierung auf dem Lebensweg.

Begegnungen mit dem Herrn in unbekannten Kirchen, das „Bei-ihm-sein-wollen“, hat uns menschlich näher gebracht, hilft Egoismen aufzugeben, Gemeinsamkeiten zu sehen, Verbindendes zu suchen, einander geschwisterlich in der Weggemeinschaft verbunden zu sein.

Der Weg in die Natur schließt Herzen auf, lässt die Freiheit einfachen Lebens erfahren, sich durch Andachten führen zu lassen und sich auch mit der Geschichte des Weges auseinanderzusetzen.

Den Schlüssel zu sich selbst finden, den Schlüssel zu dem Verborgenen und dem inneren Frieden. „Beten mit den Füßen!“

Gott stellt deine Füße auf weiten Raum und die Seele nährt sich von dem, woran sie sich erfreut.

Unsere bisherigen gemeinsamen Pilgerwege der Stiftskirchengemeinde auf den Jakobswegen hat zumindest mir in diesem Sinne ganz viel Nahrung gegeben.

Dieter Wedlich

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